3 Gehölze, die Sie im Dezember schneiden können

von Thomas Hess (mein schöner Garten)

Gehölze schneidet man im Herbst oder zeitigen Frühjahr? Nicht immer! Diese drei Gehölze schneiden Sie am besten im Dezember.

Im Dezember sind die Gehölze im Garten mitten in ihrer Ruhephase und stecken einen Rückschnitt daher bestens weg. Außerdem erkennt man bei den laublosen Gehölzen das Grundgerüst aus Ästen und Zweigen problemlos und die aus der Reihe tanzenden Triebe fallen besonders auf. Bei Obststräuchern regt ein beherzter Rückschnitt im Dezember den Neuaustrieb im Frühjahr an und macht Platz für blühwillige Zweige. Schneiden Sie nur nicht gerade vor einer zu erwartenden Kälteperiode – das kann zu Frostschäden rund um die Schnittstelle führen.

Apfelbaum

Spindel, Pyramidenform oder Spalier: So unterschiedlich Apfelbäume (Malus domestica) je nach Sorte und Veredlungsunterlage auch wachsen können, jeder Apfelbaum hat ein Grundgerüst. Dieses Grundgerüst formt man in den ersten fünf Jahren nach dem Pflanzen durch gezielten Rückschnitt. Danach geht es darum, den heranwachsenden Früchten durch regelmäßigen Schnitt beziehungsweise Auslichten der Krone genügend Sonnenlicht zu verschaffen, damit sie gut ausreifen. Außerdem trocknen die Blätter regelmäßig geschnittener Kronen schneller ab, was einen Befall mit Schadpilzen hemmt.

Schneiden Sie nach innen und steil nach oben wachsende Triebe ab und entfernen Sie außerdem das älteste Fruchtholz, das kaum noch brauchbare Äpfel hervorbringt. Altes Fruchtholz hat kurze Triebe, ist stark verästelt und hängt auffällig stark nach unten über. Schneiden Sie den Überhang an seinem Scheitelpunkt auf einen jüngeren Seitenzweig zurück.

 

Herbst-Himbeeren

Bei Herbst-Himbeeren (Rubus) fördert ein Rückschnitt den Neuaustrieb und sorgt damit für reichlich blühwillige und später natürlich Früchte tragende Ruten. Denn Herbst-Himbeeren tragen ihre Beeren am einjährigen Holz sowie an den im Frühjahr neu gebildeten Ruten. Schneiden Sie nach der Ernte alle Triebe dicht über dem Boden ab. Um das Wachstum der Ruten ein wenig zu bremsen, setzen Sie Ihre Herbst-Himbeeren von Anfang an an Spaliere aus waagrecht gezogenem Draht und binden die langen Ruten daran fest. Ohne einen Rückschnitt entsteht schon nach wenigen Jahren ein Wirrwarr aus dichten und sich wild überkreuzenden Trieben. Tipp: Sowohl Sommer- als auch die Herbst-Himbeeren sind generell sehr wuchsfreudig und breiten sich mit kriechenden Wurzeln im Garten aus. Graben Sie solche Ausreißer bei Bedarf mit dem Spaten aus.

 

Birnbaum

Birnbäume (Pyrus communis) bilden ihr Fruchtholz und damit auch die Früchte überwiegend an den zweijährigen Trieben. Das Fruchtholz überaltert ohne regelmäßigen Rückschnitt allerdings schnell und die Zweige biegen sich ­– wie bei vielen anderen Obstbäumen – zum Boden. Lichten Sie das alte Fruchtholz daher regelmäßig aus und schneiden Sie die überhängenden Triebe kurz hinter einem jungen Seitentrieb ab, der dann neues, gesundes und vitales Fruchtholz bildet. Entfernen Sie außerdem alle Äste und Triebe, die sich überkreuzen, nach innen wachsen oder mit Moos bewachsen sind.